Auf welchem Stein haben wir gebaut?

Geologische Kartenskizze der Umgebung der Kordonsiedlung im Bereich der Kahlenberger Decke

Der geologische Untergrund der Kordon-Siedlung besteht aus Gesteinen der Flyschzone, die die wald- und wiesenreiche Hügellandschaft aufbaut und zwischen Bregenz und Wien den Ostalpenrand begleitet.

Kennzeichnend für die Flyschzone der Alpen sind Gesteine, die während Kreide- (vor 135 bis 65,5 Millionen Jahren) und Paläogenzeit (vor 65,5 bis 35 Mio. J.) in einem tiefen Meer, dem Penninischen Ozean abgelagert wurden. Ihre bis zu 2000 m dicken Gesteinspakete bestehen aus einer einförmigen Wechsellagerung von harten Sandsteinbänken und weicheren tonreichen Lagen.

Am Südrand dieses Flyschmeeres wurden im Mesozoikum (ca. 250 – 65,5 Mio. J.) und Neogen die Gesteine der heutigen Kalkalpen in einem flachen tropischen Meer abgelagert; nördlich des Flysch-Tiefseebereiches existierte ein seichtes Schelfmeer des europäischen Kontinents („Helvetikum“).

Während der alpinen Gebirgsbildung wurden diese Zonen durch die Bewegung von afrikanischer und adriatischer Platte nach Norden gedrückt und bilden heute aufeinander gestapelte Einheiten, so genannte tektonische Decken.

 

Glimmer führender karbonatischer Sandstein der Kahlenberger Schichten mit rostig-brauner Verwitterungskruste

Ein Rundgang im Bereich der unmittelbaren Umgebung der Kordon-Siedlung erschließt stellenweise die Kahlenberger Schichten.

Im Gebiet des Satzbergs, am Weg von der Siedlung zur Kuppe und um die Gipfelkuppe, sind feinkörnige, stark verwitterte Sandsteine und hell verwitternde Kalklagen auszumachen, ebenso im Waldgebiet Pelzer Rennweg - Jubiläumswarte.

Direkt am Weg zur Kreuzeichenwiese sind ebenfalls feinkörnige Sandsteine zu erkennen, die hier auch weiße und hellbeige Kalzitkristalle in Form von Kluftfüllungen enthalten. Diese Kalzitkluftfüllungen sind deutlich nach der Ablagerung der Flyschgesteine entstanden und lassen Einblicke in die Gesteinsbildung zu.

 

(aus dem Kordoner Heimatbuch, Autoren: Dr. Michael Wagreich und Dr. Michael A. Götzinger)