Nützlingsfreundliche Gärten - Naturnahe Gartengestaltung für Tiere im Garten

Eine ganz entscheidende Qualität von Naturgärten ist die Artenvielfalt, die nur dann erzielt werden kann, wenn viele Naturgartenelemente möglichst flächendeckend den Garten prägen. Ein Mosaik an unterschiedlichen Lebensräumen gewährleistet eine Vielfalt welche das Überhandnehmen einiger weniger unerwünschter „Schädlinge“ sehr unwahrscheinlich macht. So schaffen Sie ein zu Hause für viele Tiere im Garten:

Hecke – Nistplatz und Futterquelle in Einem

Benjeshecke (C)Markus Hassler

Geben Sie heimischen Sträuchern den Vorzug! Früchte von Holunder, Gewöhnlichem Schneeball, Berberitze, Schlehe u.v.a. bieten Vögeln und Kleinsäugern (im Gegensatz zu Thujen und anderen „Exoten“) Nahrung in Hülle und Fülle. Blüten der Sträucher locken besonders viele Insekten in den Garten. Sie sind vor allem während der Jungenaufzucht eine wichtige Nahrungsquelle für Singvögel. Als Kinderstube für Singvögel eignen sich besonders stachelige oder dornige Sträucher wie Wildrosen oder Schlehen und Berberitzen. Hier genießen Jungvögel im Nest besonderen Schutz vor Fressfeinden. Der Nachwuchs von Amsel, Girlitz oder Grauschnäpper dankt es dem Gartenbesitzer indem er seinen Nachwuchs mit Millionen Läusen und Raupen füttert.

Blütenpracht ohne viel Aufwand

Bauerngarten im Museumsdorf © Valerie Rosenburg

Mit mehrjährigen Stauden können das ganze Jahr über farbliche Akzente gesetzt und viele Insekten (u.a. Schmetterlinge) angelockt werden. Dabei stehen viele heimische Arten wie z.B. Sonnenhut, Flockenblume, Johanniskraut, oder Rainfarn für sonnige Plätze, Akelei, Waldgeißbart oder Storchschnabel für schattigere Stellen zur Verfügung. Samenstände von Stauden bieten wertvolle Nahrung für Vögel im Winter – vorausgesetzt, dass der Garten im Herbst nicht radikal ausgeräumt wird. Die hohlen Stängel beherbergen auch überwinternde Insekten.

Blumenwiesen

Blumenwiese © J. Brocks UBU / Natur im Garten

Blumenwiesen sind nicht nur eine Weide für die Augen, sondern auch für zahlreiche Schmetterlinge und nützliche Insekten, die hier auf Jagd gehen. Die bevorzugte Beute der im Frühling oft massenhaft auftretenden Weichkäfer etwa sind Blattläuse. Oft besiedeln Nützlinge von ihren Rückzugsgebieten aus andere Flächen im Garten, oder schwärmen bei der Nahrungssuche von hier aus und helfen so Vermehrungen von Schädlingen einzubremsen. Selbst ein Blumenrasen mit Gänseblümchen, Braunelle oder Löwenzahn verbessert im Gegensatz zu einem „englischen Rasen“ den Lebensraum für Tiere im Garten.

Ungestörte Ecken im Garten

Wildniszone © Valerie Rosenburg

Ein Naturgarten ist kein perfekt aufgeräumtes Wohnzimmer. Viele Vogelarten etwa sind von einem „wilden Eck“ im Garten abhängig – also von Bereichen, die wenig oder nicht sehr intensiv genutzt werden. Bodenbrütende Vögel brauchen z.B. Falllaub unter den Sträuchern oder dichten Unterwuchs, wo sie ihr Nest bauen und Junge aufziehen können. Um penibel gepflegte Gärten machen solche Tierarten einen großen Bogen! Erlaubt es der Platz, sollten Baumstümpfe, Reste von Altbäumen oder sonstiges Totholz im Garten verbleiben. Spitzmäuse, Hirschkäfer, Laufkäfer oder Igel fühlen sich unter Holzstapeln wohl, viele Käfer- und andere Insektenlarven benötigen Totholz zur Entwicklung.

Laub – Rohstoff und Lebensraum zugleich

Laubmulch © Valerie Rosenburg

Eine einfache Maßnahme mit viel Wirkung: Laub im Herbst unter Sträuchern liegen lassen oder zu einem Haufen aufschichten. Es ist eine natürliche Mulchschicht und dient unzähligen Kleintieren als Winterquartier. So finden Singvögel wertvolle tierische Nahrung im Winter – besser als jede Winterfütterung! Laubhaufen dienen nicht zuletzt auch dem Symboltier der Aktion „Natur im Garten“ - dem Igel - als Quartier für den Winterschlaf! Im Frühling eignet sich das angerottete Material hervorragend zum Kompostieren.

 

Text: mit freundlicher Genehmigung der Aktion „Natur im Garten“, einer Initiative des Landes Niederösterreich 

www.naturimgarten.at

Zurück