Wacholderdrossel

Das Wichtigste vorweg: Das beste Vogelfutter wächst auf, in und unter heimischen Pflanzen. Beeren, Samen und Insekten vermehren sich ganz von allein und völlig kostenlos. Wollen wir satte Vögel, müssen alle Lebewesen dieses ökologischen Kreislaufes vorhanden sein, ohne Fressen und Gefressen werden gibt es keinen Kreislauf und das große Artensterben nimmt weiter seinen Lauf.

Unsere heimischen Vögel sind von Natur aus dafür ausgestattet, die Winter auch ohne das teure Vogelfutter aus dem Supermarkt zu überleben. 

Leider entwickelt sich unsere Landwirtschaft zu einem immer tödlicheren Geschäft für alle Wildtiere: Wälder und Hecken wurden gerodet und Lebensräume für Tiere und Insekten in Produktionsflächen umgewandelt. Kaum mehr Wildblumen (heute heißt es "Unkraut") und massiver Rückgang von Insekten und Kleintieren sind die Folge. Das Futterangebot wird immer kleiner und so macht es Sinn, Vögel ganzjährig füttern. Sie werden nicht aufhören, selbständig Futter zu suchen, solange es noch welches gibt. Hören wir endlich auf Thujen, Kirschlorbeer und gezüchtete Zuchtblumen zu pflanzen, denn sie dienen weder als Futter- noch als Nistpflanzen und tragen nur sehr wenig zum ökologischen Kreislauf bei.

Vogelfutter ist pflanzbar! Her mit den Hagebutten, den Vogelbeeren, den Sonnenblumen, Disteln und Wildblumen. Gärten im Herbst nicht aufräumen und die Samenstände stehen lassen, selfservice für Pipis.

Der Stieglitz, auch Distelfink genannt

Wenn die Gärten leergefressen sind, geht's ans Futter rühren:Geeignete Zutaten sind Rindertalg, Öle aus hiesiger Ölproduktion (auf Palmöl sollte verzichtet werden, weil für seine Produktion tropische Regenwälder vernichtet werden), Getreideflocken, Hanf, Mohn, Rosinen, getrocknete Beeren und Früchte, geschälte und ungeschälte Sonnenblumen, Nüsse jeder Art, im Sommer und Herbst gesammelte Wildblumensamen etwa von Brennesseln oder Distelköpfe. Gemahlene Eierschalen.Geeignet sind auch Dreschrückstände, die man von Getreidebauern bekommen kann.

Doch Vorsicht: Ranzige Fette oder schimmlige Zutaten sind auch für Vögel gesundheitsgefährlich! Bitte auf Bioqualität achten, denn Pestizide, Insektizide und Kunstdünger schaden den Vögeln.

Auch Einhörnchen lieben Erdnüsse

Hier das für viele Vögel nahrhafte Vier-Jahreszeiten-Rezept des Ornithologen Martin Kraft *:

500 Gramm Rindertalg oder pflanzliches Fett (bitte kein Palmöl!) erwärmen, bis es flüssig ist.

Je etwa 250 g Weizenkleie und Haferflocken einrühren.  Dazu kommen 5-8 hart gekochte und klein geschnittene Eier, ca 500 g Topfen, 300 - 500 g Rosinen, je 250 g Erd- und Haselnüsse, 3-400 g Sonnenblumenkerne sowie 100 - 200 g anderer Sämereien (Hanf, Mohn, Leinsaat usw).

Am Schluß die fein zerbröselten Eierschalen dazugeben und alles gut vermengen (Stabmixer hilft).

In dieser Mischung sind Fette, Kohlehydrate, Eiweiß und Calcium in ausgewogenem Verhältnis enthalten.

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