Winterschläfer

Historische Zeichnung eines IgelsVon November bis Ende März oder April dauert die Schlafenszeit des Igels (Bild links). Dabei können sie ihre Herzfrequenz von rund 160 bis 200 auf etwa 9 Schläge pro Minute reduzieren, die Atemzüge pro Minute auf nur vier vermindern und die Körpertemperatur auf nur fünf Grad absenken. Der beste Platz für ihren Winterschlaf ist ein Laub- oder Reisighaufen.Wer einen Komposthaufen besitzt, hat vielleicht auch einmal das Glück einen schlafenden Igel zu beherbergen.

Historische Zeichnung eines Gartenschläfers, der gerade einen Apfel anknabbert

Der Gartenschläfer (Bild rechts) aus der Familie der Bilche überwintert von Oktober bis April in Erdhöhlen, Mauern, Baumhöhlen oder Felsspalten.

Der Siebenschläfer, der gerne auf Dachböden rumort, schläft im Winter in selbst gegrabenen Erdlöchern in bis zu einem Meter Tiefe.

Historische Zeichnung eines C-Falters.Nur wenige Schmetterlinge überwintern als Falter. Der Zitronenfalter harrt im Freien in einer Astgabel oder im Gestrüpp aus oder versteckt sich im Efeu-Laub. Er bereitet sich auf die Kälte vor, indem er so viel Wasser wie möglich ausscheidet und Frostschutzmittel (Glycerin u.a.) in seinen Zellen einlagert. Tagpfauenauge, Großer und Kleiner Fuchs und C-Falter (Bild links) ziehen sich gerne an geschützte Orte zurück: Baumhöhlen, Holzstapel, Dachböden, Garage oder Gartenbausehen. Sie krallen sich am Holz oder Mauerwerk fest, klappen die Flügel zusammen und schlafen.

Andere Arten überstehen die kalte Jahreszeit im Ei-, Larven- oder Puppenstadium. So erträgt die Puppe des Schwalbenschwanzes Temperaturen bis Minus 30 Grad. Da sich deren Raupen vor dem Verpuppen an Pflanzenstängeln anseilen, fallen sie in Gärten häufig der Ordnungswut von jenen Gärtnern zum Opfer, die im Herbst alle abgestorbenen Pflanzenteile abschneiden und entsorgen.

Von Hummelköniginnen weiß man, dass sie mit körpereigenem Glycerin den Boden ihrer Erdverstecke beträufeln. Dadurch verhindern sie, dass ihre unmittelbare Umgebung gefriert. Hornissenköniginnen überwintern in Baumhöhlen. Dort schadet ihnen Frost bis Minus 25 Grad nicht.

Marienkäfer verstecken sich gemeinsam unter einer Kraut- und Moosschicht. Mithilfe ihres Geruchsinns finden die Marienkäfer zu bewährten Stammplätzen ihrer Artgenossen. Laufkäfer, auf deren Speisezettel besonders Nacktschnecken stehen, suchen sich Erdverstecke unter Holzhaufen oder hinter Steinen.

Hornissenschwebfliege © Didier Descouens

Zwischenräume, Ton- oder Steinmauern schätzt die Schwebefliege als Winterversteck. Schwebefliegen gehören zu den wichtigsten Blattlausvertilgern.

Die Honigbienen treffen schon im Juli die ersten Wintervorbereitungen. Die ersten überwinterungsfähigen Bienen schlüpfen zu dieser Zeit und die Bienenbehausung wird winterfest gemacht. Alle Fugen und Ritzen im Bienenstock werden veschlossen und mit Propolis verklebt, alle Fremdstoffe mit Kittharz dem natürlichen Antibiotikum aus dem Bienenvolk überzogen. Propolis wirkt gegen Bakterien, Viren und Pilze und macht diese unschädlich. Ab Ende Oktober sitzen die Bienen in der Wintertraube und halten Winterruhe.

Wenn es sehr kalt ist, können wir sicher sein, dass kein Dachs im Wald die Fahrbahn überquert, er ruht in seinem Bau.

Dachsspuren im Schnee © Lucyin Mahin

 

Text: Eveline Pareihs, Nachtigallenweg

Bilder: Wikipedia

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